Wie ein Gespenst brauste diese Nachricht letzte Woche durch die deutschen Medien. Auf der einen Seite standen jene, die sagten, dass Nokia als Weltkonzern hier völlig falsch und unsozial gehandelt habe, und auf der anderen Seite jene, welche dagegen hielten, dass Nokia in Deutschland kaum Gewinne gemacht hat.
Mag sein, dass sich Nokia wirklich schwer tat, Gewinne aus diesem Werk herauszuholen, aber durch die Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalens waren die Gewinne nicht schlecht, wenn man bedenkt wieviele Spitzenkräfte und topausgebildete Mitarbeiter in diesem Werk arbeiteten und somit auch wirklich einen Wertartikel herstellten. Das Land zahlte an Nokia einen ungeheuer hohen Betrag von rund 90 Millionen Euro (seit 1995) an Nokia, wenn der Konzern als Gegenleistung 2800 Mitarbeiter beschäftigen würde, was er nicht tat. Nun verlangt NRW einen großen Teil des Geld zurück, was vollkommen gerechtfertigt ist, schließlich hat Nokia gegen seinen Teil der Abmachung verstoßen.
Es bleibt anzumerken, dass der Abzug des Unternehmens nach Rumänien und Ungarn zwar die berechtigte Entscheidung von Nokia selbst ist, aber es bleibt auch anzumerken, dass Nokia hier zeigt, dass es selbst auch schon zum kapitalgierigen Dumpinglohnkonzern geworden ist, der keinerlei soziale Verantwortung kennt. Nicht nur die 2300 Mitarbeiter im Werk selbst setzt Nokia auf die Straße, nein auch fast nochmal die gleiche Zahl von Arbeitern in Zuliefererfirmen usw. werden massiv dadurch gefährdet.
Die Herstellung von Spitzenprodukten mit Bedarf an hochqualifizierter Arbeitskraft wird übrigens nach Finnland verlegt, obwohl ich nicht glaube, dass dort die Lohnnebenkosten sehr viel niedriger sind als hier. Zumindest diese Sparte hätte Nokia wenn auch nur symbolisch in Deutschland lassen können. Aber das versteht der Normalmensch wahrscheinlich nicht, den laut Nokia ist all dies Teil der “globalen Nokia-Strategie”. Einen Nokia-Boykott finde ich daher auch gerechtfertigt, dass ist dann unsere “Nokia-Strategie”